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Kinderleid
Hier sollte keiner, wirklich keiner wegsehe
Baby`s - weglegen
Mama . . . mir ist so kalt, kommst du bald? Lass mich hier nicht liegen, du wirst mich doch noch lieben?
... . ich hab dich doch immer gespürt, mit deiner Hand hast du mich berührt,es war so warm in deinem Bauch,
deine Stimme hörte ich auch,. . . du hast mich immer mit getragen, "bald ist es soweit", hört ich dich sagen,
es war so ein angenehmes Gefühl, hab ich getreten, wurdest du still,. . . meine Augen waren immer verschlossen,
so hab ich keine Tränen vergossen, an dieser Schnur hielt ich mich fest, damit war ich verbunden, mit meinem Nest,
. . . mein Herz klopfte mit deinem gleich, ich lag auf einem Polster, das war weich, meine Finger konnt ich schon bewegen
und mich dann verkehrt hinunter legen,. . . immer wieder schlief ich ein, habe geträumt vom Sonnenschein,
sehnsüchtig wartete ich schon darauf, bis wann geht mein Bett hier auf?. . . dann war es endlich soweit,
was ist hier los, jemand schreit, deine Rufe kommen bei mir an, hab ich dir etwa Weh getan?
. . .ich seh helles Licht erscheinen, plötzlich ist es kühl, ich muss weinen, du nimmst mich in den Arm,
deine zarte Haut, so warm,. . . ich kann dich erkennen, "Mama" werd ich dich nennen, ich werd immer bei dir bleiben,
VIEL ZEIT werden wir zusammen vertreiben!. . . was hast du vor, kann dich nicht sehn?
Lässt du mich hier etwa stehn?
...mir ist so bitterlich kalt, Mama, - - - kommst du bald???
Verfasst, in Liebe mit Herz . .
Schreckliches Vergehen
Mami, jetzt bin ich hier, ganz weit weg von dir, und doch so nah.
Mami, ich seh dich weinen. Auch du willst zu mir. Ich spüre deine Tränen, stehe direkt neben dir.
Mami, ich kann nicht mehr kommen. Deshalb bitte, gib auf mein kleines Kätzchen acht, und sag Daddy jeden Abend von mir "Gute Nacht". Sag meinen Freunden, dass ich sie trotzdem hören kann.
Es tut so weh. Ich schaue ihre traurigen Gesichter an. Es war nicht die Absicht von mir, hab nicht gewusst, was er gewollt von mir, hab nicht gewusst, was ich machen sollt...
Mami, bitte, ihr braucht nicht traurig sein, hier bin ich nicht allein. Bitte lächle doch, noch einmal für mich. Du darfst nicht weinen, dann lache ich auch, noch einmal für dich.
Mami, ich habe jetzt keine Angst und keine Schmerzen mehr, doch vermisse ich mein Leben sehr, ich wünsche mir ein bisschen Lebensnähe her.
Mami, kannst du mir sagen, warum hat er das getan??? Warum hat er mich so angefasst, geatmet, wie ein Tier, mit solcher Gier, die ich nie verstanden hab. Vielleicht hat er mich gehasst.
Mami, was hat er von mir gewollt. Ich verstand ihn nicht, er hat mir weh getan. Noch immer sehe ich sein Gesicht. Er hat gelacht. Ich glaube, es hat ihm Spass gemacht...
Mami, ich habe geschrien, wollte vor ihm fliehen... Habe ihm doch nichts getan, sah ihn nicht einmal böse an...
Mami, jetzt habe ich keine Angst mehr, es ist schon eine Weile her. Nun bin ich hier.
Und eines möchte ich noch wissen:
WARUM TUN DIESE MENSCHEN SO ETWAS? HABEN SIE KEIN GEWISSEN?
Kinder
Sind so kleine Hände winzige Finger dran. Darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann.
Sind so kleine Füße, mit so kleinen Zeh' n. Darf man nie drauf treten, können sonst nicht geh'n.
Sind so kleine Ohren, scharf - und ihr erlaubt, darf man nicht zerbrüllen, werden davon taub.
Sind so schöne Münder, sprechen alles aus. Darf man nie verbieten, kommt sonst nichts mehr raus.
Sind so klare Augen, die noch alles seh' n. Darf man nie verbinden, können´s nichts versteh'n.
Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei. Darf man niemals quälen, geh' n kaputt dabei.
Ist so´n kleines Rückgrat, sieht man fast noch nicht. Darf man niemals beugen, weil es sonst zerbricht.
Grade klare Menschen wär'n ein schönes Ziel. Leute ohne Rückgrat haben wir schon zuviel.
(Song von Bettina Wegner)
..Könnten Teddybären reden..
Alles was sie sich wünschte war von den Anderen gemocht zu werden, aber mal wieder hatte man sie nur ausgelacht. Sie war ein bischen dicker als alle ihre Klassenkameraden, aber hieß das etwa, daß sie nicht genauso liebenswert war? Man hatte ihr zumindest schon immer das Gefühl gegeben. Nach der fünften Stunde kam ihre Lehrerin noch einmal in die Klasse zurück, da sie ihre Tasche vergessen hatte. Sie konnte sie nicht gleich finden und so fragte sie ob jemand ihre Tasche gesehen hatte. Peter aus der letzten Reihe meldete sich: Die hat Josey aufgegessen! Daraufhin fing die ganze Klasse an zu lachen und zu Joseys Erstaunen lachte sogar ihre Lehrerin. Das hatte Josey nun wirklich nicht von ihr gedacht. Alle waren ja so gemein. Leise Tränen liefen über Joseys Wangen, sie sprang auf und lief aus der Klasse. Den ganzen Schulweg über weinte sie. Als sie zu Hause ankam hatte sie noch immer ganz gerötete Augen. Ihre Eltern fragten sofort was denn passiert sei, aber als Josey erzählte fingen auch sie an zu lachen und ihr Vater meinte: Ja Josey, die anderen haben vollkommen Recht. Du bist auch viel zu dick. So wirst Du niemals Freunde finden. Weinend lief Josey in ihr Zimmer, welches im Keller lag. Sie mochte den Keller, hier hatte sie wenigstens ihre Ruhe. Da saß sie nun, wie ein Häufchen Elend in der Ecke. Ihren Lieblingsteddy Buma hatte sie fest im Arm.
Joseys Tränen kullerten über seine Fellwangen und es sah so aus, als würde er mit ihr weinen. Buma schaute sie an, als würde er sagen: Kleine Josey, weine nicht! Die Anderen haben keine Ahnung. Ich werde immer Dein Freund sein..
Obwohl Josey ihre Eltern angefleht hatte nicht wieder zur Schule zu müssen, wurde sie von ihrer Mutter am nächsten morgen auf den Schulweg geschickt. Josey ging die Hauptstraße entlang bis sie zur Kreuzung kam. Eigentlich hätte sie nach links gemußt um zur Schule zu kommen, stattdessen bog sie nach rechts ab. Sie ging immer weiter Richtung Stadtmitte. Vor ihr lag ein großer Supermarkt. Josey hatte sich extra von zu Hause Geld mitgenommen. Sie ging hinein und kaufte sich eine Tafel Schokolade, die mit ganzen Nüssen, denn die mochte sie am liebsten. Außerdem nahm sie noch eine Flasche Cola mit und ging zur Kasse. Als sie bezahlt hatte machte sie sich auf den Weg in den Park. Sie setzte sich auf eine Parkpank und stellte die gekauften Sachen neben sich ab. Eifrig packte sie die Schokolade aus und biß ein großes Stück ab. Eine Mutter kam mit ihrem Kind vorbei. Der Fünfjährige drehte sich zur Seite, sah Josey an und sagte zu seiner Mama: Schau mal was für ein dickes Kind das ist Darauf meinte seine Mutter: Ja Janik, das liegt nur daran das sie so viel Schokolade ist und Cola trinkt. Also iß nicht so viel Süßes, sonst siehst Du irgendwann auch einmal so aus! Josey fing wieder an zu weinen. Alle Menschen sind gleich, dachte sie. Alle sind sie so gemein. Josey fragte sich, was sie ihnen allen getan hatte. Sie fuhr sich mit dem Handrücken über ihre Augen um sich die Tränen wegzuwischen. Dann nahm sie ihr Portemonai aus der Hosentasche und zählte ihr Geld. 27,50 € hatte sie noch. Mit ihrer Geldbörse in der Hand ging sie zurück in die Stadt. Sie kam am Supermarkt vorbei, an einem Blumengeschäft, einer Konditorei und an einer Apotheke, Als sie vor der Apotheke stand packte sie der Gedanke: Ich will so nicht weiterleben! und somit ging sie hinein. Der freundliche Apotheker fragte sie womit er ihr helfen könne. Ich habe Schlafprobleme und brauche dringend etwas dagegen. Meine Mutter hat mich deshalb hierher geschickt. Josey versuchte so erwachsen wie möglich zu wirken. Immerhin war sie erst 13, sah aber schon aus wie 19. Ja, sagte der Apotheker, Welche möchten sie denn? - Welche wirken denn am besten?, fragte Josey. Der Apotheker verschwand im hinteren Teil der Apotheke, kam mit einer rot blauen Packung zurück und legte sie Josey vor die Nase. Hmm, machte Josey, und was kosten die? - 11,90 € Josey rechnete schnell im Kopf, in Mathe war sie schon immer sehr gut gewesen. Gut, dann nehme ich zwei Packungen. Der Apotheker packte ihr die zwei Schachteln in eine Tüte und Josey bezahlte. Nachdem sie die Apotheke verlassen hatte, ging sie wieder zurück in den Park. Dort angekommen setzte sie sich wieder auf die Parkbank. Sie nahm die Packungsbeilage hervor und laß: Soweit nicht anders verordnet nehmen Sie bitte vor dem Schlafen zwei Tabletten. Sollten Sie binnen einer Stunde keine Wirkung verspüren, nehmen sie bitte nochmals zwei Tabletten. Dosierungshinweis: Täglich max. vier Tabletten. Bei einer erhöhten Dosis kann das Mittel tödlich wirken. Josey sah auf die Uhr, es war halb zehn und somit machte sie sich auf den Heimweg. Sie wußte das sie zu Hause niemanden antreffen würde. Ihre Eltern waren beide berufstätig. Josey nahm sich ihre Lieblingsdecke aus dem Schrank und breitete sie auf dem Bett aus., dann holte sie sich ein großes Glas Wasser. Alles sollte schnell gehen. Wenn ihre Eltern in knapp 5 Stunden nach Hause kamen wollte sie bereits tot sein. Wie ein lebloses Stück Fleisch. Ja, dachte Josey, fettes Fleisch! Sie stellte das Glas Wasser auf den Nachttisch und nahm eine der Packungen hervor. Sie hatte zwei gekauft, falls eine nicht genügen würde. Mit zittrigen Fingern fing sie an die Tabletten aus der Packung zu drücken. Am Ende hatte sie 20 Stück vor sich liegen. Josey stand noch einmal auf um sich ein Blatt Papier und einen Stift zu holen. Sie schrieb: Liebe Mama, lieber Papa Nie habt ihr mich richtig verstanden. Es hat mich so verletzt das selbst IHR nicht zu mir gehalten habt. Ich möchte trotzdem nichts, daß ihr Euch für meinen Tod verantwortlich macht, denn ich habe diesen Weg selber gewählt. Paßt bitte auf Buma auf oder schenkt ihn einem anderen dicken Mädchen, dann kann er sie trösten. Ich habe Euch lieb, Josey
Den Brief legte sie in Bumas Arme und nahm die Tabletten in die Hand. Eine nach der anderen steckte sie sie in ihren Mund und trank Wasser dazu. Als sie merkte das sie schon langsam müde wurde, legte sie sich auf ihr Bett und schlief ein. Lange mußte sie nicht leiden, der Kampf dauerte nur einige Sekunden, dann hörte ihr kleines Herz auf zu schlagen. Nur ihr Teddy Buma hatte alles mit angesehen. Er schaute sie an, als könne er alles nicht verstehen. Leise lief eine dicke Teddybärenträne über seine Fellwangen. ... Ach könnten Teddybären doch reden.
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